Liebe Mitglieder und Unterstützer der BI Garbenteich,

die Planungen zum Groß-Gewerbe- und Industriegebiet Garbenteich Ost gehen in die nächste Runde: Im Rahmen der vorgeschriebenen Öffentlichkeitsbeteiligung ist nun die Offenlage des Projektes erfolgt.

Unter „https://www.pohlheim.de/bauen-und-verkehr/wohnen-und-bauen/bauleitplanverfahren-in-der-offenlage/ “ oder bei der Stadt Pohlheim sind die Pläne jetzt für ca. einen Monat einsehbar.

Anwohner, Träger öffentlicher Belange, Ämter, Interessenvertreter wie Naturschutz- oder Landwirtschaftsverbände, sowie interessierte Bürger haben hier jetzt Gelegenheit, Anregungen, Einwände und weitere Stellungnahmen abzugeben.

Nehmen Sie diese Gelegenheit wahr und bringen Sie hier ihre Bedenken zum Ausdruck. 
Je mehr Widerspruch erfolgt, desto besser stehen die Chancen, dieses Großprojekt zu verhindern oder zumindest die schädlichen Auswirkungen für die Lebensqualität (Verkehrslärm usw.), Klima, Artenschutz und unsere Versorgung mit Lebensmitteln zu begrenzen. 

Nach dem Aus für die Outlet-Pläne an dieser Stelle sollen noch immer im großen Stil direkt am Garbenteicher Ortsrand Gewerbe und Industrie angesiedelt werden. 

Damit hat sich an den Zielen der BI, nämlich die landwirtschaftlich geprägte Gemarkung und damit die Lebensqualität der ansässigen Bürger zu erhalten, nichts geändert.
Solche Landverluste nicht mehr zeitgemäß, denn es zeigt sich neben den spürbaren Klimaveränderungen, dass der regionalen Versorgung gerade mit Grundnahrungsmitteln hohe Priorität beizumessen ist. 

Unter anderem heißt es in der Begründung der Stadt: BI
Beim vorliegenden Plangebiet handelt es sich … um landwirtschaftliche Flächen …. zwischen drei stark befahrenen Verkehrsstraßen. Es handelt sich somit um verkehrstechnisch bereits stark vorbelastete Flächen in unmittelbarem Siedlungsanschluss.“ 

Für uns Bürger heißt das: Die ohnehin schon starke Belastung durch Lärm und Schadstoffe soll noch weiter erhöht werden. Schon heute können viele Pohlheimer ihre Gärten und Balkone wegen des enorm gestiegenen Verkehrslärms kaum noch nutzen; auch das Schlafen bei offenem Fenster in den immer heißeren Sommern ist in weiten Bereichen der Gemeinde kaum noch möglich. Das kommt einer Teilenteignung gleich.
Auch heißt es seitens der Stadt, es handele sich um „landwirtschaftliche Flächen mit überwiegend mittlerem Ertragspotenzial“. Auf der betreffenden Ackerfläche ist jedoch beispielsweise so viel Getreideanbau möglich, dass ganz Garbenteich mit Brot versorgt werden kann. 

Auch heißt es in der Offenlegung:
„Innerhalb des Stadtgebiets sowie in der Region sind keine Alternativflächen in der erforderlichen Größenordnung mit entsprechender Infrastruktur vorhanden.
Entlarvend ist hier die Formulierung „in der erforderlichen Größenordnung“. Denn es sind durchaus genügend Gewerbeflächen abseits der Ortslage vorhanden, auf welche die BI schon oft verwiesen hat. Nur sind diese nicht dermaßen groß, dass sie für einen externen Investor genug Gewinn abwerfen. Dieser Investor wird der Hauptprofiteur dieses Projektes sein und nicht die Pohlheimer Bürger. 

Sogenannte Ausgleichsmaßnahmen sollen laut Umweltgutachten beispielsweise im Kreis Marburg-Biedenkopf vorgenommen werden.
Die BI fordert, das ein Ausgleich direkt den von Belastungen betroffen Bürgern beispielsweise in Form von Lärmschutz zugute kommen muss. 

Bitte Unterstützen Sie weiterhin die Arbeit der BI – ganz besonders durch
Ihre persönliche Stellungnahme im Rahmen der Bürgerbeteiligung (Offenlage).

Karsten Becker für die BI Garbenteich